Menschheit im Zenit

Marcus Kracht

2. August 2010


Es war einmal und ist nicht mehr zu sehn
(da ist nicht mal ein Knochen mehr zu sehn)
Herrn Varus Heer im Teutowald -
So kann es sein, dass wir sehr bald
vergehn.
- vergehn -
So kann es sein, dass wir sehr bald vergehn.
-- Peter Rühmkorf: Allein ist nicht genug


Wir sind jetzt, im Jahre 2010, am Gipfel der Macht über die Natur und die Erde, am Höhepunkt unseres Beherrschungsvermögens angekommen. Die Menschheit ist am Zenit. Die Gesellschaften der Welt, insofern sie Rohstoffe nutzen, müssen sich auf deren langsames oder sogar recht schnelles Verschwinden einstellen. Und doch will sich erst ganz langsam das Bewusstsein dafür öffnen. Immer wieder sind wir versucht, das Problem als vorübergehend oder wenigstens als im Prinzip lösbar darzustellen, ohne dass wir uns im mindesten der Frage stellen, was wirklich auf uns zukommt. Das ist fahrlässig. Das Verschwinden einiger der wichtigsten der Rohstoffe ist so gut wie sicher, wer anderer Meinung ist, sollte uns mal erklären, wie es anders sein kann. Nur der Zeitpunkt ihres Verschwindens ist noch unklar. Aber auch hier werden die Konturen der zukünftigen Entwicklung langsam deutlich. Ich skizziere in diesem Text die Größe des Problems, das vor uns liegt und geben einiges an Hintergrundmaterial. Es geht hier nicht um Einzelheiten sondern um nichts weniger als ein Panoptikum der Probleme, auf die wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurennen. Was ich hier skizziere ist also nicht weniger als das riesige Dilemma, in dem wir heute stecken: wir wünschen uns, dass es so weiter gehen möge, damit es uns auch in Zukunft gut geht. Dabei sollten wir uns nichts weniger wünschen, als dass es wirklich so weiter geht. Denn die Zerstörung nimmt auf allen Ebenen des Lebens derartige Formen an, dass wir schließlich und endlich aufhören müssen, so weiterzuwirtschaften.

Marcus Kracht 2010-07-31