Die Vergänglichkeit des Wissens

Marcus Kracht


24. März 2012

Kurzfassung

Wissen ist lebenswichtig. Ohne Wissen können wir nicht überleben. Wir müssen uns also darum kümmern, was wir wissen. In letzter Zeit hat die Menschheit einen enormen Berg an Wissen angehäuft. Diese Ära des Wissens geht nun zu Ende. Denn die Verfügbarkeit des Wissen hängt eng mit der Verfügbarkeit von Energie zusammen. Wir stehen aber gerade vor einer riesigen Energiekrise, die aus diesem Grunde auch eine Wissenskrise sein wird. Anders gesagt: der Wissenschaftsboom ist vorbei. Aber es wird nicht nur fast unmöglich werden, das Wissen noch zu vermehren, auch das erworbene Wissen zu bewahren, wird eine gewaltige Herausforderung sein.


Einleitung

Die zentrale These dieses Aufsatzes ist, dass die Menge des verfügbaren Wissens im wesentlichen proportional zur verfügbaren Energiemenge ist. Und da die verfügbare Energiemenge voraussichtlich auf ihrem Maximum ist (peak energy), so stehen wir momentan auf dem Hochpunkt des Wissens (peak knowledge), jedenfalls was die Menge angeht. Das ist kontraintuitiv: Wissen wird ja nicht wie Öl verbrannt, und wenn wir etwas wissen, dann wissen wir es für immer. Aber diese Intuition ist zu einfach, um nützlich zu sein. Wie ich weiter unten ausführen werde, braucht man Energie nicht nur dazu, um Wissen zu erwerben, sondern auch, um es zu verwenden und zu erhalten.

Wissen war spätestens, seit die griechischen Philosophen sich damit beschäftigt hatten, ein faszinierendes Thema. Große Geister haben mit viel Scharfsinn darüber nachgedacht, was Wissen ist und wie wir es erwerben können. Aber Philosophie ist nur ein Aspekt. Wissen war auch der Schlüssel zu dem enormen zivilisatorischen Erfolg der Menschheit. Sogar die Jäger und Sammler und Bauern brauchten enorm viel Wissen. Die Situation ist heute natürlich nicht anders. Wir müssen viel wissen, nur um in unserer Gesellschaft einigermaßen zurecht zu kommen. Aber da ist noch mehr. Wissen, genauer gesagt Wissenschaft, bedeutet Geschäft. Je mehr man weiß, umso mehr kann man herstellen. Wie alles andere auch wird Wissen ausgebeutet. Heutzutage wird Wissen als wichtiger Bestandteil unseres wirtschaftlichen Erfolges gesehen. Wir sind nicht so sehr mit der Frage nach Gott beschäftigt als vielmehr mit dem Wissen über die Natur. Für uns sind die Debatten, die die Menschen im Mittelalter umtrieben schlicht Kuriositäten (etwa die Edikte von Bischoff Etienne Tempier von 1270 und 1277 über die zentralen Doktrinen der katholischen Kirche). Was, so fragen wir uns heute, konnte man damit gewinnen, den Fluss des Wissens zu behindern? Mehr Wissen bedeutet doch mehr Fortschritt. So jedenfalls denken wir.

Heutzutage erscheint uns der Zusammenhang zwischen Wissen und Wohlstand offensichtlich. Das bedeutet allerdings nicht, dass mehr Wissen automatisch ein besseres Leben nach sich zieht. Es zählt nicht nur die Menge unseres Wissens sondern auch die Qualität. 1 Dass wir eine Menge nutzlosen Wissens mit uns herumtragen, hat die Leute bisher nicht sonderlich beunruhigt. Die Idee, dass wir zwischen nützlichem und unnützem Wissen unterscheiden müssen, erscheint vielen als gefährlich. Sie denken, damit würden wir geradewegs ins Mittelalter zurückkehren. Aber es ist eine Sache, sich dabei nicht wohl zu fühlen und eine andere, ob man sich die agnostische Haltung zu dieser Frage wirklich leisten kann. Westliche Gesellschaften haben bisher davor zurückgeschreckt, sie zu stellen. Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist, dass für einige Jahrzehnte Wissen wirklich billig war. Welche Frage man auch immer hatte, eine Antwort darauf konnte man sofort bekommen — wen kümmert's also, was Leute wissen oder was sie nicht wissen? Der andere war, dass Wissenschaft frei von Werturteilen zu sein hatte. Wissenschaft hat ihre eigenen Kriterien, den Wert von Wissen zu beurteilen. Und das Hauptkriterien ist garantierte Wahrheit. Wissenschaft informiert uns nicht, welches Wissen nützlich ist. Und dies hat bisher niemanden gestört. Wenn Wissenschaft einen Überschuss an Wissen produziert, sei's drum. Es wird genug für alle da sein.

Jetzt aber werden unsere Überzeugungen hart geprüft werden. Die Myriaden von Aufsätzen und Papiere, die jährlich von Wissenschaftlern geschrieben werden, werden vermutlich die nächsten Jahrzehnten geschweige denn dieses Jahrhundert nicht überleben. Der Grund dafür ist, dass das Unternehmen aus Wissenschaftlern und Ingenieuren nicht ohne eine massive Infrastruktur überleben kann, die wiederum auf einem hohen Energieumsatz beruht. Und genau diese Energie geht uns jetzt aus. 2

Das ist beunruhigend, um es milde auszudrücken. Wir sind es gewohnt zu denken, dass Wissen umsonst ist. Aber wenn man genauer nachdenkt, sieht man, dass das gar nicht sein kann. Sogar die Aufrechterhaltung des Wissen erfordert andauernde Sorge und Aufmerksamkeit. Deswegen nimmt mit abnehmender Energie auch die Menge an Wissen ab, über die wir verfügen. Auch wenn dies bedeuten kann, dass viele Schätze in Vergessenheit geraten werden, ist dies nicht der Moment, sich dem zu widersetzen, was wohl dringend getan werden muss: abzuwägen, was von all dem wichtig ist und was nicht. Ohne ein klares Verständnis davon, was wir uns bewahren müssen, riskieren wir, alles zu verlieren.

Wissen und Wahrheit

Was wir wissen, muss zumindest einmal wahr sein. Das ist auch der Grund, warum Wissen so wichtig ist. Wir handeln nach Maßgabe unseres Wissens (und Glaubens). Die westliche Gesellschaft sieht sich selber auf der Spitze einer Wissenspyramide stehen, deren Fundament von der Art unverrückbarem Wissen gebildet wird, wie es nur die Mathematik und die Naturwissenschaften verschaffen können. Auch wenn Wissenschaftler unvermeidlich von Meinungen und Instinkten darüber geleitet sind, was wahr ist und was nicht, ihre Wertschätzung in der Öffentlichkeit (und ihr Selbstwertgefühl) leiten sie von dieser Art unverrückbaren Wissens ab, das sie schaffen.

Und deswegen ist nichts so beunruhigend wie die Feststellung, dass das, was man für Wissen hielt, sich als falsch herausstellt. Immer mal wieder geschieht dies aber tatsächlich. Und nicht nur in empirischen Wissenschaften, auch in der Mathematik. Gelegentlich kommt es auch hier vor, dass man einen Satz beweist, nur um später festzustellen, dass das kompletter Unfug war. Während der Grundlagenkrise der Mathematik im 19. Jahrhundert waren einige der bedeutendsten Mathematiker damit beschäftigt zu verstehen, wie der rationale Verstand so etwas wie absolute Sicherheit erreichen kann. Nachdem man die nichteuklidische Geometrie entdeckt hatte, fragten sich nämlich nicht wenige, wie es sein kann, dass diese Möglichkeit nicht früher aufgefallen war. Wenn Mathematik die Säule der Wissenschaft war, so sollte sie doch wenigstens frei von Zweifeln sein.

Vom intellektuellen Standpunkt her war diese Periode sehr interessant. Sie hatte zu einer kompletten Neubewertung der Logik als Fundamentaldisziplin geführt (Frege, Pierce). Später kamen dann noch Logizismus, analytische Philosophie und Wissenschaftstheorie hinzu. Je mehr man sich aber mit dem Problem befasste, um so undurchdringlicher wurde es. Gödel zeigte zunächst einmal, dass es Sätze über Zahlen geben muss, die wahr sind, aber nicht aus einem endlich beschreibbaren Axiomensystem ableitbar sind. Brouwer bestritt, dass mathematische Gegenstände eine Existenz außerhalb des Geistes haben. Dies hatte zur Folge, dass es Behauptungen geben kann, die weder wahr noch falsch sind. Die empirischen Wissenschaften haben zu dieser Konfusion ebenfalls beigetragen. Immer wieder wurden angeblich feststehende Tatsachen vom Sockel geholt, sodass das ehemalige Wissen sich als Nichtwissen herausstellte. Natürlich konnten diese Gegenbeweise machmal ihrerseits widerlegt werden, sodass wir nur eines wissen können, nämlich, dass nichts sicher ist. Sokrates hätte sein Freude.

Zusätzlich zu der Agenda der Fundierung war Logik aber auch noch in anderen Bereichen nützlich, so bei der Behandlung philosophischer Probleme. Philosophische Logik (mit der ich mich etwa drei Jahrzehnte lang beschäftigt habe), hat ihrerseits versucht, Eigenschaften von Wissen und vielen anderen sogenannten propositionalen Einstellungen (wissen, glauben, bezweifeln, und so weiter) und Modalitäten herauszufinden. Es ist aber nur einer von vielen Blickwinkeln, unter denen man diese Dinge studieren kann. Philosophen haben sich noch länger damit auseinandergesetzt; und in letzter Zeit mischen auch Informatiker mit. Die Fragen, die diese unterschiedlichen Disziplinen mitbringen, sind naturgemäß verschieden. Während ein Philosoph eher darüber nachdenkt, was eigentlich Wissen ist, wird ein Informatiker sich eher fragen, wie man es repräsentiert und verarbeitet. Natürlich sind beides legitime Fragen. Für meine Zwecke hat die zweite Art zu fragen mehr Relevanz.

Im Folgenden werde ich vieles vereinfachen und den Standpunkt des Informatikers einnehmen. Im Grunde ist dann Wissen eine Datenbank zusammen mit einem Algorithmus, mit dem Fakten herausfiltern kann. Trotz aller Verschiedenheiten können wir das gesammelte Wissen als eine riesige Bibliothek von Zeichenketten — zumeist Sätzen —, sehen. Um einen Eindruck von der Größe zu bekommen, schaue man sich an, wieviel man wissen muss, um eine einzige Sprache zu sprechen. Dann addiere man dazu alle Karten und Enzyklopädien und Handbücher (elektronisch oder in Papierform) und die Millionen an wissenschaftlichen Arbeiten, ganz zu schweigen von dem privaten Wissen, das die Menschen haben, über sich, ihre Verwandten, Freunde, die Nachbarschaft, die Gesellschaft und ihre Geschichte. Hier nun sind einige Probleme, mit denen wir uns befassen müssen.

Ich werde diese Fragen nacheinander beleuchten. Wir werden sehen, dass die moderne Technik abstrakt gesehen nicht viel an den Grundproblemen der Organisation von Wissen geändert hat. Wissen muss immer noch in physikalischen Containern gespeichert werden, wir müssen immer noch auf Verlangen Antworten bekommen können, und wir müssen uns immer noch über seine Vergänglichkeit Gedanken machen. Der einzige Unterschied ist, dass all dies im Augenblick eher im Verborgenen abläuft. Man muss schon etwas Ahnung von Computern und ihre Funktionsweise haben um zu verstehen, dass diese Probleme immer noch da sind und keineswegs Schnee von gestern.

Der Ort des Wissens

Es klingt etwas merkürdig zu behaupten, Wissen habe einen Ort. Man möchte meinen, Daten seien lokalisierbar, Wissen dagegen nicht. Aber zu denken, Wissen sei deswegen ohne Ort, ist nicht hilfreich. Es ist klar, dass Wissen nicht vollständig an einem Ort abgelegt wird. Ich weiß zum Beispiel, dass 23 + 12 gleich 35 ist, aber nirgendwo in meinem Gehirn wird dies in dieser Form so abgespeichert sein. Ich weiß es deshalb, weil ich gelernt habe zu rechnen. Aber auch wenn nicht alles Wissen wörtlich abgelegt ist, so gibt es dennoch einen Gutteil, der irgendwie doch auf diese Weise abgelegt ist. Man denke etwa an all das enzyklopädische Wissen. Auch mathematisches Wissen ist teilweise explizit. Wir müssen also damit rechnen, dass ein großer Teil unseres Wissens irgendwo in einer transparenten, expliziten Weise abgelegt ist. Und in diesem Sinne hat es einen Ort. Nehmen wir zum Beispiel die Tatsache, dass Paris die Hauptstadt von Frankreich ist. Ich weiß das, und Sie wissen das sicher auch, während es sicher viele Menschen auf dieser Welt gibt, die es nicht wissen. Und von diesen sagen wir, das Wissen sei nicht in ihnen. In diesem Sinne kann also Wissen einen Ort haben. Der Ort ist der Kopf der Menschen, die es haben. Natürlich schreiben wir auch Gruppen von Menschen Wissen zu, aber das erfordert mehr als die bloße Existenz von Mitgliedern der Gruppe, die dieses Wissen haben. Ich werde darauf zurückkommen.

Dennoch hat man Skrupel, derart physikalisch über Wissen zu reden. Wir können Inschriften oder Daten kopieren, aber können wir ebenso Wissen kopieren? Ja und nein. Nein, weil das Wissen ja gar nicht kopiert wird. Wenn Sie mir eine Tatsache erklären, dann erwerbe ich das Wissen von Ihnen. Das Wissen wurde dadurch nicht vermehrt. Auf der anderen Seite aber hat sich etwas getan. Das Wissen hat jetzt einen weiteren Ort. Die Art, wie ich jetzt über dieses Wissen verfüge, ist eine andere geworden. Bis jetzt musste ich jemanden fragen, nunmehr kann ich es in meinem Gedächtnis abrufen. Das ist ein großer Schritt. Man bedenke, dass die Reise zu einer Person durchaus mit Mühen verbunden sein kann, wie das bis vor wenigen Jahrzehnten der Fall war (als es wohlgemerkt auch kein Telefon gab). Insofern ist es nicht dasselbe, ob man dasselbe Wissen an mehreren Orten präsent hat oder nicht. Die Infrastruktur ist ein wichtiger Faktor.

Wissen kann auch extern gespeichert werden. Tontäfelchen, Manuskripte und Bücher waren die ersten Formen, in denen Wissen gespeichert wurde. Moderne Formen sind Magnetbänder, Mikrofilme, Festplatten, CDs, und so weiter. Auch elektronische Speicher sind natürlich lokalisiert. Selbst das Internet oder die sogenannte cloud besteht aus irdischen Servern, die Wissen irgendwie ablegen. Wir können den Eindruck haben, es spiele keine Rolle mehr, wo Daten abgelegt werden, aber das ist nur deshalb so, weil die Computer uns auch die Verwaltungsarbeit abnehmen. Sie wissen letztlich, wohin sie welche Daten geparkt haben. Mit unserem Gehirn ist das ebenso. Es muss uns nicht bewusst sein, wie wir Wissen ablegen, solange das funktioniert. Ich muss nicht wissen, wo genau mein Wissen abgelegt ist, solange ich es bei Bedarf wiederbekomme.

Zugang zu Wissen

Wenn Wissen einen Ort hat, so müssen wir diesen Ort aufsuchen, um es zu bekommen. Das kann sehr schwierig sein. Das wird uns in dem Moment bewusst, wenn der Computer uns bestreikt und wir wissen nicht, warum. In der früheren Zeiten brauchte man Menschen wir Antonio Magliabecchi (1633 - 1714). Er war nach allen Maßstäben ein außergewöhnlicher Mensch. Er kannte sämtliche Bibliotheksregister auswendig, die in seiner Zeit bekannt waren. Die Menschen fragten erst ihn um Rat, wenn sie ein Buch suchten. Auch wenn er selber nie gereist war, so wusste er doch stets, wo die Bücher zu finden waren. Er war offensichtlich eine unschätzbare Quelle. Man stelle sich vor, man suchte Informationen über ein gewisses Thema oder suchte ein spezielles Manuskript. Wie konnte man es finden? Reisen war teuer und beschwerlich und Information aus fernen Ländern konnte man anders kaum beschaffen. Bevor man sich also auf den Weg machte, war es den Besuch bei Magliabecchi durchaus wert.

Dies zeigt, dass über Wissen verfügen und es faktisch zu haben, zwei Paar Schuhe sind. Mehr noch: wenn man eine Frage hat, ist nicht immer klar, dass irgendwo darauf eine Antwort gegeben wird. Und auch wenn man weiß, dass sie existiert, so ist das noch keine große Hilfe, wenn nicht weiß, wo man suchen soll. Dies war eine große Herausforderung, sogar bis vor ein paar Jahrzehnten. Das Wissen einer Gesellschaft ist nicht einfach die Summe allen Wissens der einzelnen Menschen. Denn wenn ich wissen will, was jemand anderes weiß, dann muss ich zunächst wissen, wer es weiß, und ihn dann auch fragen können.3 Es ist klar, dass Wissen verwaltet werden muss. Deswegen haben Bibliotheken Inventarlisten, die man früher gedruckt und alle anderen Bibliotheken geschickt hatte. Denn nur dann konnten die Besucher anderer Bibliotheken überhaupt von der Existenz des Buches in dieser Bibliothek erfahren, oder herausfinden, welche Bücher es überhaupt gab.

Heutzutage ist das Problem nicht anders, aber wir sehen kaum etwas von der Verwaltung, die im Verborgenen abläft. Wenn jemand eine Anfrage ins Internet schickt, so wird sie an eine Suchmaschine weitergeleitet. Diese Suchmaschine ist eine riesige Sammlung von Webseiten, die abgespeichert sind und gegen die Anfrage gematcht werden. Es wird dann eine Liste derjenigen Seiten aufgestellt, die mit der Anfrage in Verbindung stehen und die Internetadressen werden an den Frager zurückgeschickt. Unterhalb dieser Oberfläche gibt es aber noch viel mehr. So reicht die Internetaddresse nicht aus, wenn man nicht weiß, wo sich der Server wirklich befindet. Dazu gibt es sogenannte Domain Name Server, die den physikalischen Ort im Netz zu einer Internetaddresse kennen.

Und so sehen wir, dass Wissen nur dann angezapft werden kann, wenn es dazu eine Infrastruktur gibt. Diese Infrastruktur ist dazu da zu wissen, wo die Daten physisch abgelegt sind und wie man an sie herankommt.

Wissen verwenden

Nun, da wir uns damit befasst haben, wie man Wissen finden kann, sollten wir uns damit befassen, wie es abgespeichert und benutzt werden kann. Ich erinnere daran, dass ich davon sprach, dass Wissen in Form von Sätzen abgelegt ist. Diese Sätze können in einer Kunstsprache oder in einer natürlichen Sprache abgefasst sein, es spielt keine Rolle. Aber welches Format auch immer wir wählen, wir müssen uns der Tatsache bewusst sein, dass die Sätze Arten sind, das Wissen abzuspeichern, genauer, zu kodieren. 4 Der Kode muss natürlich bekannt sein. Ich gehe vereinfachend davon aus, dass er allgemein bekannt ist.

Nehmen wir nun an, Sie haben gerade von Ernst Cassirer gehört und fühlen sich von seinem Werk angezogen. Mit etwas Glück können Sie jemanden finden, der das Gesamtwerk Cassirer's auf seiner Festplatte hat. Also gehen Sie hin und kopieren es auf Ihre eigene Festplatte. Aber was hat Ihnen das gebracht? Für den ersten Moment fühlt es sich großartig an, über das gesamte Werk zur verfügen. Aber im zweiten Moment sieht man, dass man nur einen kleinen Schritt getan hat.

Der Grund dafür ist, dass das Wissen auf der einen Seite zwar da ist (Sie haben die Daten), auf der anderen Seite aber auch nicht (Sie können eigentlich nichts damit anfangen). Dies Problem ist in der Informatik wohlbekannt. Man betrachte eine riesige Datenbank. Nun denken Sie sich eine Frage aus, die sie damit beantworten wollen. Wie kann das gehen? Im einfachsten Fall gibt es was man Abfragesprachen nennt. Diese erlauben, die Frage formal zu stellen und mit Hilfe der Datenbank zu beantworten. Das ist einigermaßen einfach für Telefonbücher, Bahnverbindungen und Internetsuche (die im wesentlichen auf Abgleich von Zeichenketten beruht). Aber es bringt so gut wie nichts in Bereichen wie Steuerrecht. Denn um zu verstehen, wie viel Steuern man zu zahlen hat, reicht es nun mal nicht, irgendwelche Zeichenketten abzugleichen und Zahlen zu addieren. Sondern man muss auch noch ein Verständnis für die technischen Begriffe mitbringen und seine Daten entsprechend sortieren. Dies hat zur Entwicklung von sogenannten Expertensystemen geführt. Dies sind Maschinen, die mit einer Menge von ziemlich detaillierten Regeln arbeiten, und diese können recht komplexe Fragen beantworten in solchen Gebieten wie Augenkrankheiten oder Rechtsfragen bei Unfällen (dies sind Anwendungen, von denen ich selber weiß).

Wenn man einen Computer mit einem Menschen vergleicht, wird man feststellen, dass die Aufgaben ziemlich schwierig bis unmöglich sind. Es braucht Jahre, um jemanden an den Punkt bringen, dass sie die Augen verlässlich untersuchen können oder Rat in Rechtsfragen bei Verkehrsunfällen zu erteilen. Es ist auch nicht genug, die Leute einfach mit den Regeln vollzustopfen. Sie müssen auch lernen, wie man sie anwendet. Je mehr man über das Problem nachdenkt, um so schwieriger erscheint es einem und um so mehr Respekt hat man davor, wieviel Detailwissen in scheinbar einfachen Dingen steckt. Nehmen wir mal an, Sie wollen lernen, wie man Brot backt. Nichts einfacher als das. Sie besorgen sich ein Rezept und die Zutaten, und los geht's. Aber sobald Sie anfangen, stellen sich die ersten Fragen ein. Das Rezept verlangt Frischhefe, Sie haben aber nur Trockenhefe bekommen — kann man die auch nehmen? Sie haben etwas mehr Mehl zugefügt, als angegeben war, ist das ein Problem? Wie genau muss man den Teig kneten? Und so weiter. Es stellt sich heraus, dass man das schon ein paar Mal machen muss, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was wirklich wichtig ist. Normalerweise wird in den Rezepten nicht alles erwähnt, was man wissen muss und wie wichtig die genaue Einhaltung der Prozedur ist.

Und so verstehen wir jetzt ein wenig besser, wo das Problem mit dem Gesamtwerk von Cassirer ist. Natürlich ist es so eine Sache, wenn man nur eine Seminararbeit dazu schreiben muss und man nicht so sehr viel lesen möchte. Dann ist man versucht, das Ganze mit einer Stichwortsuche und ein bisschen Kopieren zu lösen. Es kann allerdings sein, dass der Professor nicht begeistert sein wird. Denn der Unterschied ist einfach: sein Wissen ist aktiv, Ihres ist es nicht. Er versteht, was Cassirer sagt, Sie nicht. Es ist eben nicht einfach eine Frage, ob man eine Bibliothek besitzt, man muss die Bücher auch tatsächlich lesen.

Als ich zur Schule ging, sagte man oft nur, es sei nicht wichtig, Einzelheiten zu wissen, es genüge zu wissen, wo man sie finden kann. 5 Heutzutage ist noch nicht einmal das nötig. Dank dem Internet und seinen Suchmaschinen muss man nur noch ein paar Suchbegriffe eintippen. Die Suchmaschine findet dann die Seiten und gibt uns ihre Addresse. Natürlich ist das eine große Erleichterung. Aber es löst nur ein Problem, das Auffinden des Wissens. Dieses bleibt immer noch tot. Um es zum Leben zu bringen, müssen wir ihm unsere Aufmerksamkeit geben. Und diese Aufmerksamkeit ist der Flaschenhals des Kommunikationszeitalters. Solange wir nicht schneller lesen können, wird sich vieles nicht grundsätzilch ändern können. Und, wie wir alle wissen, Lesen ist nicht alles, man muss auch verstehen, was man liest. Man muss sich durchkämpfen. Sonst bleibt das Wissen steril.

Erhaltung des Wissens

Jetzt, wo wir einen Überblick darüber haben, wie man an Wissen gelangt, ist es Zeit, sich der Frage zu stellen, welche Problem auf eine Gesellschaft warten, die sich ihr Wissen auf Dauer erhalten will. Die Gesellschaft muss unter anderem

Und all dieses muss sich zudem selbst reproduzieren. Eine Software für Steuerrecht ist nur solange hilfreich, wie das Steuerrrecht so bleibt, wie es implementiert ist. Sobald es sich ändert, muss sich auch das Programm ändern. Wie das geschehen kann, außer dass es erneut programmiert wird, ist bis heute offen.

Wissen verfügbar zu halten, ist keine einfache Sache. Indem wir uns immer mehr auf elektronische Hilfsmittel verlassen, müssen wir uns um ihre Lebensdauer Gedanken machen. Ich bin nicht sicher, ob eine Speicherung auf Festplatten eine so gute Idee ist. Auf der einen Seite ist es richtig, dass die Menge an Daten ohne Computer gar nicht verarbeitet werden kann. Aber auf der anderen Seite ist die beste Art, Aufsätze und Bücher zu speichern, immer noch Papier. 6 Es mag nicht so gut sein für die Infrastruktur (man denke an die Suchmaschinen), aber nichts spricht dagegen, beides zu tun. Aber Maschinen sind nicht unsere einzige Sorge. Menschen tragen eine Menge Wissen mit sich herum und müssen sich auch darum sorgen, wie sie es weitergeben können. Jeder Mensch muss erzogen werden, sodass er eine Sprache beherrscht, in der er sprechen, lesen und schreiben kann, damit man ihm einmal das ganze Wissen überhaupt mitteilen kann. Das ist letztlich der Grund, warum wir Schulen, Bibliotheken und Universitäten haben.

Wenden wir nun dem Zugang zu Wissen zu. Suchmaschinen sind eine Sache. Aber es gibt viel mehr. Wenn man spezielle Fragen bezüglich seines Autos hat oder in Steuerdingen, wird man wohl eher einen Experten brauchen. Hilfe zu bekommen heißt also zu wissen, wen man fragen muss und dann auch wirklich die Person fragen zu können. Telefone oder Computer sind nicht immer die Antwort, zum Beispiel, wenn das Auto streikt. Aber man kann auch ein Buch aus der örtlichen Bibliothek ausleihen. Es gibt viele Wege zum Erfolg.

Und schließlich, aber nicht am unwesentlichsten, gibt es da das Problem, das Wissen lebendig zu halten. Ich habe oben kurz über Expertensysteme gesprochen, Maschinen, die man um Rat fragen kann. Ich denke, im Augenblick kann man sie getrost abschreiben. Sie sind für die Aufgabe nur marginal geeignet. Diese Programme müssen ständig gewartet werden, weil sich das Wissen ja ändert. So lange man darauf keine Antwort hat, ist die einzige Art, das Wissen am Leben zu halten, eine gewisse Anzahl von Experten zu haben.

Wissen und Energie

Man frage sich nun, was passiert, wenn Energie anfängt, knapp zu werden. Dies ist genau due Situation, in der wir uns heute befinden. Energie wird gerade knapp und teuer. Dies reduziert die Kaufkraft und drückt auch auf die Bilanz ganzer Staaten. Energieknappheit ist also ein wirtschaftliches Problem, und ein eminent wichtiges dazu. Unser Konsumniveau ist so hoch, dass steigende Energiepreise ein wirkliches Problem darstellen.

Man würde nun denken, Energiemangel wäre im Wesentlichen ein Problem für Transport oder Heizung. Aber es bedeutet, dass von fast allem weniger da sein wird. Und eben auch von Wissen. Und zwar meiner Meinung nach erheblich weniger Wissen. Ich möchte ein Paar Ideen geben, warum das so ist.

Das ist eine eindrucksvolle Liste. Sie legt nahe, dass der Anteil am Bruttosozialprodukt, der für Forschung und Wissenschaft aufgewendet wird, bei Weitem nicht ausreicht, um für all das zu zahlen. Wenn also irgendwann das Geld knapp wird, wird wohl — hoffentlich — niemand auf die Idee kommen, Schulen zu schließen. Denn wenn schon die Kinder nicht mehr ordentlich zur Schule gehen, nützen wohl die vielen Universitäten nicht mehr so recht etwas. Es wird dann also vorrangig an den Universitäten sein, abzuspecken.

Zunächst wird der Verlust zeitlich begrenzt sein. Ein Hersteller von Arzneien geht pleite und die Angestellten werden auf der Straße sein. Einige werden woanders Arbeit finden, andere nicht. Nach einer Weile wird ein Großteil des Wissens, das die Firma angehäuft hat, verloren sein. Das ist ein Problem, das sie zu gut kennen. Wenn man Leute in der Abschwungphase entlässt, kann es teuer werden, sie im Aufschwung wiederzugewinnen. Aber in diesen Krisenzeiten geht es nicht nur um einen kurzen Zyklus. Hier geht es um dauerhaften Abstieg. Die Firmen werden diese Leute nicht mehr wiederhaben wollen, sie werden nichts mit ihnen anzufangen wissen. Und sie werden gewisse Forschungsabteilungen dichtmachen oder komplett pleite gehen. Dies wird ein Weg sein, wie Wissen verloren gehen wird.

Ein anderes, auch sehr ernstes Problem, werden die Universitäten sein. Wenn erst einmal die öffentlichen Haushalte immer enger werden, wird immer weniger Geld da sein, um Intellektuelle zu bezahlen. Universitäten werden kleiner werden, einige werden dichtmachen müssen. Und so werden auch die Intellektuellen irgendwann auf der Straße sein und sich nach neuer Arbeit umsehen. Aber da überall Universitäten und Forschungsabteilungen schließen, werden die Intellektuellen etwas anderes machen müssen. Ihr Fachwissen wird nach und nach verkümmern. Studenten werden sich davon abhalten lassen, Fächer zu studieren, die ohne Zukunft sind. Universitäten werden an Attraktivität verlieren.

Die Abwärtsspirale

Energie macht sich rar, und ebenso nimmt unsere Fähigkeit ab, diese Infrastruktur für all dieses Wissen aufrecht zu erhalten. Daran wird sich nichts ändern lassen. Ich habe schon angedeutet, dass dies keineswegs ein kurzfristiges Phänomen sein wird. Wissen wird in großem Maßstab für immer verloren gehen. Der Grund dafür ist, dass weniger Experten eben bedeutet, dass wir weniger Wissen unmittelbar verfügbar haben. Wir mögen zwar noch die Bücher behalten in der Hoffnung, dass wir, wenn es nötig sein wird, irgendjemanden dorthin schicken können, sich das nötige Wissen anzueignen. Aber das wird immer schwieriger werden, je weiter die Zeit voranschreitet. Man nehme ein Gebiet wie Elementarteilchenphysik. Dies ist keineswegs etwas, was man in begrenzter Zeit lernen kann. Dazu braucht unter anderem man viel schwierige Mathematik. Ich bezweifle, dass man ohne hauptamtliche Physiker sehr viel Nutzen aus den Büchern wird ziehen können. Und dabei habe ich noch nicht davon gesprochen, dass die Teilchenbeschleuniger auch nicht mehr arbeiten werden, weil sie zu teuer geworden sind. Die Physiker werden sich nach anderen Gebieten umsehen und es ist nicht wahrscheinlich, dass man mal eben so einen Experten an Land ziehen kann, wenn man ihn braucht. Denn an anderen Universitäten wird es ebenso aussehen. Sie werden auch niemanden mehr haben. Irgendwann wird sich so gut wie niemand mehr mit Elementarteilchen befassen. Bevor man denkt, dass das ein ungewohntes Szenario ist, nehme ich mal das Beispiel der Indogermanistik oder anderer Orchideenfächer. Universitäten haben ihnen das Überleben schwer gemacht, sie sind kurz vor dem Aussterben. Nicht mehr lange und es wird niemanden mehr geben, der einem schlüssig erklären kann, was Indogermanistik ist und warum man es studieren soll. Der Unterschied zu früher ist nur, dass die Energiekrise nicht nur die Zwergfächer trifft, sondern gerade die großen und tragenden Säulen: Naturwissenschaften, Medizin und Ingenieurswissenschaften.

Die Probleme hören hier nicht auf. An einem gewissen Punkt werden Bibliotheken entdecken, dass ihre elektronischen Abonnements nicht mehr viel Nutzen haben. Verlage werden viel verlangen oder diesen Service einstellen, denn auch sie werden von den Kosten der elektronischen Infrastruktur getroffen. Die Aufrechterhaltung dieser Struktur wird eine teure Sache werden, und so wird sie nur für gewisse wesentliche Bereiche aufrecht erhalten. Daten auf Festplatten und CDs werden langsam unbrauchbar. Computer werden teuer und deswegen wird der Zugang sich auf ein paar Geräte beschränken. Bücher werden auf der anderen Seite noch ihren Dienst tun und deswegen beliebter werden.

Schluss

Die Zukunft, die uns erwartet ist eine Zukunft von weniger Wissen und weniger Forschung. Wir werden kollektiv vieles von dem vergessen, was wir heute wissen, als wenn die gesamte Gesellschaft an Alzheimer leiden würde. Es ist unmöglich, einen genauen Ablauf zu geben, wie die Entwicklung vonstatten gehen wird. Aber es ist klar, dass technische Disziplinen betroffen sein werden, die heute noch als unverzichtbar gelten. Bald wird es weniger Forschund in Astronomie, Elementarteilchenphysik, Nanopartikeln und so weiter geben, um nur ein paar davon zu nennen. Erst werden wir uns noch gegen diese Entwicklung stemmen. Dann, mit fortschreitender Zeit, wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass auch das keinen großen Sinn macht.

In einer Welt, die keine Teilchenbeschleuniger mehr hat, macht es natürlich wenig Sinn, über Elementarteilchen zu forschen. Wir werden mehr darüber wissen wollen, aber keine Möglichkeit haben, Experimente zu machen. Zunächst werden wir das bedauern. Und dann werden wir das Interesse verlieren. Anderes wird sich in den Vordergrund schieben. Vergessen wir nicht: die Zeit der Energieknappheit wird auch die Zeit sein, in der Menschen sich Gedanken um Essen, Kleidung und ein Dach über dem Kopf machen. Gesundheit und ausreichendes Essen werden sehr viel wichtiger sein als das Higgs-Boson.

Was soll uns das sagen? Der Schluss, denn wir ziehen sollten, ist, dass die Gesellschaft ernsthaft und ohne Vorbedingungen darüber nachdenken muss, welches Wissen wirklich wesentlich ist und wo sie noch Fortschritt erzielen soll und kann. Es gibt Gebiete, in denen das erworbene Wissen überlebensnotwendig für uns ist. Wir müssen zum Beispiel über Landwirtschaft, Ingenieurskunst, aber auch viel grundlegende Physik Bescheid wissen. Sollten wir aber versuchen, auch noch die teuren Teleskope und Beschleuniger zu behalten, so kann es sein, dass wir in diesem Bemühen auf einmal alles verlieren. Nichts aber könnte schlimmer sein als dies.

Möge die Diskussion beginnen!


Fußnoten

... 1
Natürlich gibt es auch ein Problem mit der Qualität: man kann auch vorgebliches Wissen haben. Aber für unsere Zwecke hier soll nur echtes Wissen zählen. Und ich werde ebenfalls nicht darauf eingehen, wie man das eine von dem anderen unterscheiden kann, auch wenn das ein wichtiges Thema ist.
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... 2
Wie Wissenschaftler selber herausgefunden haben...
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... 3
Und, um mich zu wiederholen, wie kann ich mich mit jemandem unterhalten, der weit entfernt ist? Bis vor wenigen Jahrzehnten war auch das ein großeres Problem. Entfernung spielt in Fragen des Wissenstransfers durchaus ein Rolle.
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... 4
Wir müssen also zwischen dem Inhalt des Wissens und seinem Ausdruck unterscheiden.
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... 5
Ich stelle mir gelegentlich jemanden vor, der Französisch spricht, indem er ständig in einem Wörterbuch herumblättert, weil er jedes Wort erneut aufsuchen muss. Ich nehme mal an, niemand wollte wirklich behaupten, Sprachen könne man auch beherrschen, ohne über ausreichend Wörter (sagen wir 2000 bis 5000) zu verfügen.
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...6
Säurefreies Papier hält mehrere Jahrzehnte, Archivpapier 500 bis 1000 Jahre (siehe dazu den Artikel in Wikipedia). CDs halten einige Jahre (Bibliotheken rechneten mit durchschnittlich 12, aber neuere Schätzungen liegen noch niedriger, wahrscheinlich auch, weil die Qualität der Rohlinge abnimmt, siehe den verlinkten Artikel). Für Festplatten habe ich 5 Jahre als durchschnittliche Lebensdauer gesehen, vergleiche den verlinkten Blogeintrag.
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Marcus Kracht 2011-10-28